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Durch das viele Liegen habe ich zusätzlich Rückenschmerzen im Lendenbereich bekommen. Ich litt sehr darunter und irgendwann sagte meine Frau, dass ich zu unserer Nachbarin, Michaela Hofstetter, gehen solle. Diese ist nämlich Shiatsu Therapeutin und wohnt keine zehn Sekunden von uns entfernt. Gesagt getan, ich rief sie an und fragte nach einem Termin und konnte noch am selben Tag zu ihr gehen. Es hat sich herausgestellt, dass bei mir zwei Lendenwirbel ausgerenkt waren und es hat während der Behandlung zweimal laut geknackt. Nach diesem knacken sagte sie zu mir: „Das war die Ursache deiner Rückenschmerzen.“ Ich fühlte mich danach gleich viel vitaler und beweglicher. Im Zuge dieser Behandlung habe ich mich entschlossen, jede Woche vor einem Zyklus zum Shiatsu zu gehen. Es war einfach wunderbar angenehm und entspannend. Außerdem bietet sie auch Radionik an, was bei mir leider nicht den erwünschten Effekt erzielte. Nach ein paar Radionikbehandlungen ließ ich diese sein.dAm 30.09.2017 startete dann mein dritter Zyklus. Inzwischen war ich schon auf alle Eventualitäten vorbereitet und habe es mir wieder im Nebenzimmer häuslich gemacht. Sprich iPad, Kindle und Zeitschriften griffbereit. Der übliche Wahnsinn ging wieder einmal in der Nacht zum dritten Tag los. Nur war ich inzwischen schon in so einem Tunnel, dass es mir einerlei war. Ich musste einfach durch, egal wie, Hauptsache durch. Zwischen 350mg, 340mg und 330mg konnte ich keinen Unterschied feststellen. Mir ging es einfach nur schlecht. Nach wie vor habe ich mir vorgenommen, alles was ich mir zu Recht gerichtet hatte, auch zu erledigen, Denn irgendetwas musste ich ja tun und ich benötigte die Abwechslung. Es ging jedoch nur in vielen sehr kleinen Etappen. Die meiste Zeit, wie zuvor schon erwähnt, schlief ich oder versuchte es zumindest. Mittlerweile war mir auch klar, dass ich gar keine Schonkost benötigte, da es bei mir keinen Unterschied ausmachte. Somit aß ich einfach das, worauf ich Lust hatte, denn meistens kam es sowieso wieder retour. So gingen dann auch diese sehr qualvollen zehn Tage vom dritten Zyklus vorüber. Die Beschwerden vergingen daraufhin relativ rasch und die Lebensfreude und der Appetit kamen wieder. Und das allerbeste, ich konnte wieder mit meinen sehr erholsamen Radeinheiten beginnen. Ja, ich liebe das Radfahren sehr. Zudem hat mir Dmitry inzwischen eine fertige Skizze vom Komplettrad übermittelt. Somit müssen die Teile nur mehr geschweißt werden. Es wird…

Eine Woche vor dem vierten Zyklus, genau gesagt am 25.10.2017, fuhr ich wieder per Krankentransport in das Kaiser-Franz-Josef Spital zur Blutabnahme und zum onkologischen Gespräch. Nach der Blutabnahme-Routine musste ich wieder ein paar Minuten warten, bis mich meine zuständige Onkologin aufrief. Wie ich es schon geahnt habe, war mein Blutbefund jenseits von Gut und Böse. Es waren wieder einmal die Thrombozyten. Somit musste ich wieder eine weitere Woche warten und in der kommenden Woche abermals zur Blutabnahme erscheinen. Die gute Nachricht jedoch war, dass meine Reha im Februar 2018 für 22 Tage bewilligt wurde. Neben den üblichen Rezepten wurde mir auch noch ein Medikament namens Sucralfat verschrieben. Dabei handelt es sich um eine Packung mit Trinkampullen welche ca. eine halbe Stunde vor der Mahlzeit eingenommen wird. Diese Trinklösung bildet eine sogenannte Schutzschicht im Magen und soll gegen die Übelkeit während der Zyklen helfen. Nebenwirkung – Verstopfung, super, als hätte ich dies nicht schon wegen dem Zofran

 

Die Blutwerte, welche bei der Blutabnahme in der darauffolgenden Woche am 02.11.2017 ermittelt wurden, haben sich leider nur sehr gering verbessert. Somit hieß es für mich, wieder eine weitere Woche warten. Außerdem wurden ab dieser Blutabnahme immer meine Beine auf Blutergüsse kontrolliert. Hatte ich jedoch nicht, dafür an anderen Stellen umso mehr. Nur durch leichtes anstoßen, bekam ich gleich einen Bluterguss. Auch wurde ich immer wieder ermahnt, keine extremen Sachen zu machen und mich ja nicht zu schneiden. Die dritte Blutabnahme erwies sich jedoch als besser und ich konnte in der darauffolgenden Woche mit dem vierten Zyklus starten.

 

Am Montag den 13.11.2017 startete dann mein vierter Zyklus. Wie gehabt, alles durchgeplant und gut vorbereitet für die nächsten zehn Tage gewappnet. Diesmal sogar mit Sucralfat. Abermals fingen die Qualen in der Nacht zum dritten Tag an und es stellte sich heraus, dass das Sucralfat ebenfalls kein wirkungsvolles Medikament bei Chemotherapie ist. Zumindest war es bei mir der Fall. Wie es bei anderen Personen hilft, kann ich nicht beurteilen. So kam es wie es kommen musste und ich kuschelte wieder einmal mit der Kloschüssel. Inzwischen konnte ich meine gesamten Vorhaben nicht einmal mehr etappenweise erledigen, ich schlief nur noch bzw. dämmerte so vor mich hin. Es ging sogar so weit, dass ich in meinem Bett erbrochen habe und dies soll bei mir etwas heissen, denn das letzte Mal als mir so etwas passiert ist war, als ich noch bei meinen Eltern im Bett lag. Meine Frau musste alles sauber machen, da ich selbst nicht mehr die Kraft dazu hatte. Auch mein Gewicht lag inzwischen bei 57kg. Ich sah wirklich nicht gut aus. Irgendwie, ich weiß nicht wie, habe ich auch den vierten Zyklus überstanden und wie immer ging es danach wieder aufwärts. Somit verbrachte ich die dreiwöchige Chemopause, welche wahrscheinlich eh wieder länger dauern wird, wieder einmal mit Radeinheiten. Es war für mich einfach das Idealste. Ich zog mich warm an und war täglich ca. zwei Stunden unterwegs.