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Am Samstag, den 15.02.2020, kurz nach Mitternacht weckte mich meine Frau mit der Information, dass es losgeht. Wir verständigten daraufhin meine Mutter, welche ebenfalls schon seit mehreren Tagen auf Nadeln saß. Nach knapp einer Stunde traf meine Mutter bei uns ein um auf unsere Tochter aufzupassen. Meine Frau und ich fuhren danach sogleich ins Krankenhaus Mödling. Um 06:04 Uhr erblickte unsere zweite Tochter mit einer Größe von 51cm und einem Körpergewicht von 4042gr. das Licht der Welt. Alle waren wohlauf und überglücklich. So gegen 10:00 Uhr fuhr ich schließlich nach Hause um mich auszuschlafen. So eine Geburt ist nicht nur für Frauen anstrengend, sondern auch für diejenigen Männer, welche ihre Frauen so gut es geht unterstützen wollen.

Da ich krankheitsbedingt noch sehr viel Urlaub offen hatte, verzichtete ich auf das Papamonat und nahm mir für vier Wochen Urlaub. Ich genoß die Zeit bei meiner Familie sehr und auch meine Frau war sehr froh darüber, dass ich zu Hause bin und sie unterstütze. Auch die Großeltern konnten unseren Nachwuchs einmal sehen, denn danach hat die COVID-19 Pandemie auch uns getroffen und alle mussten zu Hause bleiben. Wir haben großen Respekt vor diesem Virus und ihn sehr ernst genommen und uns alles liefern lassen. Auf Supermärkte und Drogeriemärkte haben wir ab diesem Zeitpunkt gänzlich verzichtet. Auch haben wir nicht zu diesen Idioten gehört, welche vor lauter Panik Hamsterkäufe getätigt haben. Wir ließen diesen Corona-Virus einfach auf uns zukommen und vermieden jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Meiner Frau fiel es sichtlich schwer, da wir keine Besuche mehr empfangen durften und auch unsere ältere Tochter vermisste ihre Kindergartenfreunde sehr. Auch die Großeltern waren über diese Situation sehr traurig und wurden mittels Videotelefonie auf dem Laufenden gehalten. Mir kam es vor wie ein Dejavu, Quarantäne war ich ja bereits gewohnt. Ich genoß die Zeit zu Hause bei meiner Familie und fuhr jeden zweiten Tag eine Anningerrunde (Hausberg).

Die lange Wartezeit hat sich auf jeden Fall gelohnt

Nachdem mein Urlaub vorbei war, meldete ich mich bei meinem Arbeitgeber krank, da leider auch ich zum Kreis der gefährdeten Personengruppe gehöre und war somit inklusive Urlaub knapp drei Monate zu Hause.

Da auf Grund der Pandemie auch das Kaiser Franz Josef Spital abgeriegelt war, wurden meine beiden Termine, welche am 19.03.2020 stattfinden sollten, telefonisch abgesagt. Dieses Spital hat nämlich auch ein Tropeninstitut und war daher für COVID-19 Fälle gerüstet und vorgesehen. Am Mittwoch in der Früh, dem 25.03.2020 rief ich meine Onkologin an und fragte, ob ich die MRT nicht auch woanders durchführen lassen könne und sie sagte mir zu sich dann um alles Weitere zu kümmern. Gesagt, getan, ich rief beim Diagnosezentrum Meidling an (dort war ich immerhin schon mal) und fragte nach einem MRT-Termin und überraschenderweise konnte ich bereits am Nachmittag kommen. Ich gab dann auch gleich meiner Onkologin Bescheid und sie regelte alles Weitere. Über die MRT-Verlaufskontrolle muss ich denke ich nichts mehr schreiben. Die EEG-Kontrolle konnte jedoch nicht durchgeführt werden.

Eine Woche später erhielt ich wieder den erwarteten Anruf meiner Onkologin, welche mir mitteilte, dass sich nichts verändert hat. Ich muss jedoch gestehen, sehr zum missgefallen meiner Frau, dass ich dies, Horos sei Dank, bereits wusste.

Von der vermeintlichen Läsion ist mittlerweile nichts mehr zu sehen